Beratungsstelle hilft jungen Männern und Vätern bei sozialen Problemen

 

 

 

 

 

 

 


Wenn Claus Hild über Männer spricht, dann benutzt er oft seine Hände, um Probleme und Fragen zu verdeutlichen.
Seine Profession ist dem 38- Jährigen anzumerken.
Geduldig und aufmerksam berichtet der Sozialpädagoge von der seit Februar bestehenden Beratungsstelle des Diakoniewerkes, die gemeinsam mit dem Mehrgenerationenhaus angeboten wird.
Die Aufmerksamkeit liegt auf Vätern und jungen Männern bis 27 Jahre..

Gotha. Eine spezielle Männerberatung sei in Thüringen selten, sagt Claus Hild.
Die Leiterin des Mehrgenerationhauses, Anke Merbach, wendete sich nach Naachfragen und einger Zeit an Hild, um ihm das Projekt ans Herz zu legen.
Claus Hild,der viele Jahre als Famliliepädagoge gearbeitet hat, nahm sich dessen an.
Mit der Förderung der Jugendhilfe wird die Beratung für Männer bis 27 Jahre unterstützt.

„Überforderung ist ein ständiges Thema in der Gesellschaft“ sagt der Sozialpädagoge.
„Das subjektive Sicherheitsgefühl nimmt ab.“ Gerade Männer würden bei Problemen, beispielsweise einer Trennung, oft erst zu einer Beratungsstelle kommen, wenn es nicht mehr geht, sie privat und beruflich fast am Ende sind.
Im diese Hemmschwelle zu überwinden, bietet er eine offene Beratung an, die als „Türöffner“ funktionieren soll, um später individuelle Termine zu vereinbaren.

Durch die Sozialisierung neigten Männer oft zu einer rationalen Lebensweise, sagt Claus Hild.
Wenn ein Problem besteht, wollten sie es oft auf schnellstem Wege lösen.
Doch bei über die Jahre aufgebauten Schwierigkeiten sei dies so rasch nicht möglich.
Statt übergeordnete Lösungen den Betroffenen individuell zu beraten.

Mit hypothetischen Fragen sollen die jungen Männer einen anderen Blickwinkel bekommen.
„Die meisten stellen sich nicht vor, wie es wäre, wenn das Problem weg ist“, sagt Claus Hild.
 Wie ein Kippbild sei das.
Wenn sich die Blickrichtung verändert, ändere sich auch die Gestalt.

Claus Hild arbeitet als einziger Mann im Beratungszentrum der Diakonie.
Männer, weiß er auch aus Erfahrung, sprechen seltener über ihre Probleme.
Wegen seines Geschlechts würde er von vielen schneller als Ansprechpartner angenommen als eine Frau.
Von pauschalen Rollenbildern nimmt der gebürtige Hesse aber Abstand. Dennoch laste auf dem Mann oft noch die Rolle des Ernährers und damit der Druck, diesem gerecht zu werden.
Zu hoch sei die Scham, gerade bei häuslicher Gewalt oder psychischem Druck durch die Partnerin, Hilfe einzuholen.

Gerade Trennungen seien der Hauptgrund, dass Männer in die Beratung kommen.
„Alles, was wegbricht, führt dazu, dass man sich überfordert fühlt“, sagt Claus Hild.
In einem Kontrakt kreiert der Sozialpädagoge gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen, um sie vor erneuten Rückschlägen zu bewahren.

Ob er ein „Männertraum“ ist, wie auch der gleichnamige Tee, den Claus Hild im Mehrgenerationenhaus trinkt, wird sich in den kommenden Wochen herausstellen.
„Ich bin gespannt, ob Überhaupt jemand kommt“, sagt Hild lachend.

Die offene Beratung wird jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat, von 13 bis 15 Uhr, im Diakoniewerk, Klosterplatz 6, angeboten.
Kontakt und telefonische Anmeldungen sind unter der Nummer (03621) 30 58 40 möglich.