Eröffnung der PONTIS-Fachstelle für Wohnungsnot im Landkreis Gotha
Der neue Standort mit den Arbeitsräumen der Fachstelle ist nun eröffnet: Bereits im Januar 2025 nahm das Projekt „PONTIS – Kooperative Fachstelle Wohnungsnot im Landkreis Gotha“ als zentrale Anlaufstelle für Menschen in Wohnungsnot die Arbeit auf.
Die Fachstelle berät Personen, die obdachlos, wohnungslos oder von Wohnungsverlust bedroht sind. „Präventive Beratung ist am effektivsten – Wohnraumsicherung ist der beste Schutz vor Wohnungslosigkeit“, erklärt Tanja Schreyer, Geschäftsbereichsleiterin im Diakoniewerk.
Die mobile Beratung findet im gesamten Kreisgebiet statt und wird niederschwellig in Ämtern, bei Wohnungsgebern und Netzwerkpartnern angeboten. Das Projekt ist eine Kooperation von Diakoniewerk Gotha, Landratsamt und Stadtverwaltung Gotha und wird durch den Europäischen Sozialfonds (EhAP Plus), Bundesmittel und Zuschüsse der Partner gefördert. Der Förderzeitraum endet 2028.
Ein Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit mit Wohnungsgebern zur Akquise von Wohnraum für Menschen in Wohnungsnot. Vermieter erhalten Beratung, wenn Mietprobleme auftreten. „Die Vermieter sind ein gutes Frühwarnsystem. Sie sind oft die Ersten, die von Zahlungsschwierigkeiten ihrer Mieter wissen. Spätestens, wenn die erste Miete ausbleibt, gilt es anzusetzen und Hilfe anzubieten. Hierfür wollen wir uns intensiv vernetzen“, so Franziska Scharf, Leiterin der Fachstelle. „Die allermeisten Wohnungsgeber haben ein großes Interesse daran, dass es nicht zu Kündigungen oder Räumungen kommt,” weiß Christina Hartung, die seit vielen Jahren Menschen in Wohnungsnot bei der Diakonie berät.
Die Fachstelle baut zudem Netzwerke mit Ämtern und sozialen Trägern auf, um Hilfsprozesse zu koordinieren. Sie befindet sich in der Mittelhäuser Siedlung, wo auch die Notunterkunft der Stadt Gotha betrieben wird. „So können wir als Fachstelle Wohnungsnot diesem Personenkreis niederschwellig und auf kurzem Wege Beratung und Hilfe anbieten“, sagt Franziska Scharf.
„Mit der neuen Fachstelle PONTIS haben wir sehr gute Rahmenbedingungen geschaffen, um Betroffene zu unterstützen und gemeinsam in der Stadt Gotha sowie dem gesamten Kreisgebiet an den Hilfestrukturen zu arbeiten”, sind sich Peggy Hirsch, Amtsleiterin des Sozialamtes des Landkreises Gotha, und Andreas Kohl, Bürgeramtsleiter der Stadtverwaltung Gotha, einig. Damit leistet der Landkreis Gotha einen Beitrag zum Ziel des Nationalen Aktionsplans, Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden.